Verhalten im Notfall – Erste Hilfe bei Notfällen

Richtiges Verhalten im Notfall © Thorben Wengert / pixelio.de

Wie verhalte ich mich richtig? Erste Hilfe in Notfällen

Auf unserer Informationsseite zur Ersten Hilfe für Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder und Kinder haben wir bereits das generelle Verhalten bei Notfällen sowie die Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen erläutert. Auf dieser Seite möchten wir mögliche Notfallsituationen darstellen, um sie zu sensibilisieren und Ihnen im Notfall das richtige Verhalten zu ermöglichen.

Verhalten im Notfall

Damit Sie die lebensrettenden Sofortmaßnahmen in einem Notfall sicher und instinktiv beherrschen empfiehlt es sich einen Erste Hilfe Kurs mit Wiederbelebungsmaßnahmen im Kindesalter bei Ihrem örtlichen Krankenhaus oder Klinikum zu absolvieren. Die Kursteilnahme kostet etwa 10,- Euro und kann das Leben Ihres Kindes und Anderer retten!

 

Behandlung bei Verbrennungen

Achten Sie darauf, dass Kinder nicht an heiße Herdplatten oder Kaffeetassen gelangen können. Auch Streichhölzer und Feuerzeug sollten Sie sicher außerhalb der Reichweite Ihres Kindes aufbewahren. Im falle einer Verbrennung bei Kindern müssen Sie folgende Punkte beachten:

  • ziehen Sie dem Kind die Verbrannte Kleidung aus bzw. befreien Sie die verbrannte Stelle von Kleidung
  • ist die Verbrennung so stark, dass Kleidungsstücke an der Haut kleben ziehen Sie diese NICHT ab!
  • kühlen Sie die Verbrennung mit kaltem Wasser (nicht zu kalt!) oder einem feuchten Tuch
  • benutzen Sie KEINE Salben oder gar Mehl um die Verbrennung zu behandeln
  • der Schmerz einer Verbrennung setzt meist etwas verzögert ein, bei starken Verbrennungen des Kindes kann dies zum Atemstillstand führen. Stellen Sie sicher, dass Sie in der Lage sind lebenserhaltende Maßnahmen wie Beatmung und Herzdruckmassage durchzuführen
  • bei Herz- und Atemstillstand: mit 5x Beatmung beginnen, dann jeweils 15x Herzdruckmassage und 2x Atemspende im Wechsel

 

Verschlucken von Fremdkörpern – so reagieren Sie richtig!

  • bringen Sie Ihr Kind in Kopftieflage
  • halten Sie das Kind auf dem Arm oder Bein, mit dem Gesicht nach unten und so, dass die Atemwege frei sind, die Finger legen Sie dabei an das Kieferschloss des Kindes
  • führen Sie 5 feste Schläge zwischen die Schulterblätter des Kindes aus
  • sollte sich der verschluckte Gegenstand nicht lösen, Fremdkörper nicht mit den Fingern entfernen, da die Gefahr besteht, dass er noch weiter hinein rutscht und auf den Kehlkopf drückt
  • wenn ihr Kind keine Luft mehr bekommt führen Sie NUR Mund-zu-Mund Beatmung durch
  • alternativ: Mund-zu-Maske Beatmung, falls vorhanden
  • sollte sich der verschluckte Gegenstand immer noch in den Atemwegen befinden versuchen Sie mit Überdruck daran vorbei zu beatmen
  • versuchen Sie nicht durch Drücken auf den Bauch oder den Heimlich Griff (Heimlich-Manöver) den verschluckten Gegenstand zu entfernen (Gefahr für innere Verletzungen von Leber und Milz)

 

Äußere Verletzungen / äußere Blutungen bei Kindern

  • bleiben Sie ruhig und beruhigen Sie Ihr Kind, denn Aufregung treibt den Puls nur noch mehr nach oben
  • bei Arm- oder Beinverletzungen lagern oder halten Sie das betroffene Körperteil hoch
  • entfernen Sie große Fremdkörper wie Holz- oder Glassplitter nicht
  • versuchen Sie die Blutung zu stoppen, um übermäßigen Blutverlust zu vermeiden
  • bei starken Blutungen Druckverband anlegen
  • ist die Blutung nicht zu stoppen alten Verband dran lassen und neuen Verband darüber anlegen oder versuchen Sie die zuführende Ader abdrücken

 

Innere Verletzungen / innere Blutungen bei Säuglingen

Ein Sturz vom Wickeltisch ist eine der häufigsten Ursachen für Kopfverletzungen und inneren Blutungen bei Babys und Kleinkindern. Lassen Sie stets eine Hand auf Ihrem Kind ruhen, achten Sie auf hohe Seitenwände des Wickeltisches und stellen Sie die Wickelkommode nach Möglichkeit in einem Raum mit Auslegeware auf.

Weitere sehr häufige Unfallursachen für innere Verletzungen bei Kindern sind Stürze mit dem Fahrrad oder den sogenannten Laufrädern. Oft können kleine Kinder kaum laufen, fahren aber mit den Laufrädern schon wie die Wilden umher. Ein sich in den Bauch bohrender Lenker kann schwere innere Blutungen verursachen. Ein Laufrad sollte also erst dann genutzt werden, wenn das Kind sicher in seinen Bewegungen ist und die motorischen Fähigekeiten entsprechend gut ausgeprägt sind.

So gehen Sie bei inneren Verletzungen Ihres Kindes vor:

  • prüfen Sie die Pupillen Ihres Kindes – unterschiedliche Pupillengröße kann ein Anzeichen für eine innere Blutung im Kopf sein
  • Hämatome können Anzeichen für innere Verletzungen sein
  • achten Sie auf die Haltung Ihres Kindes – Kinder nehmen instinktiv eine gekrümmte Schutzhaltung ein

Auch eine Vollbremsung mit dem Auto kann zur Verletzung der Halswirbelsäule oder des Gehirns führen, wenn der Kopf des Kindes nach vorn geschleudert wird. Oft schreien Kinder dann nicht sofort. Prüfen Sie nach einer solchen Situation das Wohlbefinden Ihres Kindes.

 

Insektenstiche bei Kindern

In der Gartensaison kommt es oft zu Wespenstichen oder Bienenstichen bei Kindern.

  • beruhigen Sie Ihr Kind
  • nehmen Sie das Kind auf den Arm oder bringen Sie seinen Oberkörper in eine Aufrechte Position
  • im Falle einer Insektenallergie wählen Sie den Notruf (112)
  • kühlen Sie den Insektenstich
  • nutzen Sie eine frische aufgeschnittene Zwiebel als lokales Antibiotikum, um aufsteigende Infektionen zu vermeiden

 

Vergiftungen

Es empfiehlt sich Aktivkohlepulver in der Hausapotheke zu haben, um bei Vergiftungen schnell reagieren zu können.

  • mischen Sie 1 Teelöffel Aktivkohlepulver mit 100 ml Wasser oder Saft und verabreichen Sie es Ihrem Kind (entspricht ca. 1 Aktivkohletablette)
  • versuchen Sie nicht Erbrechen auszulösen, auch nicht mit Salz!
  • geben Sie keine Milch zu trinken
  • klären Sie mit dem Notruf ab, um welche Vergiftung es sich handelt und wie Sie sich weiter verhalten sollen

 

Hier geht es zum weiterführenden Artikel über Erste Hilfe Maßnahmen für Säuglinge, Babys und Kleinkinder.

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